Als stolzes Herz der Republik Türkei und unerschütterliche Bastion des nationalen Befreiungskampfes vereint Ankara jahrtausendealte Spuren der Galater, Römer, Seldschuken und Ahi-Gilden mit dem Geist einer modernen Hauptstadt. Im historischen Stadtteil Altındağ bezeugen das Erste und Zweite Parlamentsgebäude die Wiedergeburt einer Nation unter der Führung von Mustafa Kemal Atatürk. Überragt von den mächtigen Mauern der Burg Ankara auf einem erloschenen Basaltfelsen, dem weltberühmten Museum für anatolische Zivilisationen mit neolithischen Fruchtbarkeitsidolen und hethitischen Sonnenscheiben, der UNESCO-geschützten Holzsäulenmoschee Arslanhane und den restaurierten osmanischen Fachwerkhäusern von Hamamönü, bietet die Metropole faszinierende Einblicke in die Weltgeschichte.
- Geschichte und vielschichtiges Erbe: Von den Hethitern zu den Ahis, Hauptstadt der Freiheit
Seit der Bronzezeit von Hattiern und Hethitern besiedelt, erlangte Ankara unter Phrygerkönig Midas und später als römische Provinzhauptstadt Ancyra herausragende Bedeutung. Am Augustus-Tempel dokumentiert die zweisprachige Inschrift 'Res Gestae Divi Augusti' die Taten des ersten römischen Kaisers. Im 14. Jahrhundert verwaltete die demokratische Ahi-Brüderschaft die Stadt als Zunftrepublik und hinterließ Meisterwerke seldschukischer Holzarchitektur.
Mit der Ankunft Mustafa Kemal Paschas am 27. Dezember 1919 wurde Ankara zum Hauptquartier der nationalen Unabhängigkeitsbewegung. Am 23. April 1920 konstituierte sich die Große Nationalversammlung; am 13. Oktober 1923 zur Hauptstadt erklärt, war Ankara am 29. Oktober 1923 Schauplatz der offiziellen Ausrufung der Republik Türkei.
- Umfassende Zwei-Tages-Route: Ulus-Platz, Burgberg, weltberühmte Museen und Hamamönü
Tag 1: Erstes und Zweites Parlament, Ankara Palas, Hacı-Bayram-Moschee und Augustus-Tempel
Der Tag beginnt am Ulus-Platz im Ersten Parlamentsgebäude (Museum des Befreiungskrieges). Der historische Plenarsaal mit Holzschulbänken und Petroleumlampen lässt die dramatischen Gründerjahre lebendig werden.
Nur wenige Schritte entfernt liegt das Zweite Parlamentsgebäude (Republikmuseum). Von 1924 bis 1960 Sitz der Volksvertretung, wurden hier die wegweisenden Reformen der jungen Republik beschlossen.
Nachmittags Aufstieg zum Hacı-Bayram-Hügel mit Besuch der Hacı-Bayram-ı-Veli-Moschee und der Grabstätte des verehrten Sufi-Gelehrten aus dem 15. Jahrhundert.
Direkt an die Moschee grenzen die imposanten Marmormauern des römischen Augustus-Tempels, an denen antike lateinische Inschriften und islamische Mystik seit Jahrhunderten koexistieren.
Tag 2: Burg Ankara, Museum für anatolische Zivilisationen, Arslanhane-Moschee und Hamamönü
Am zweiten Morgen führt der Weg zur Burg Ankara. Von der Akkale-Bastion eröffnet sich ein spektakulärer 360-Grad-Panoramablick über die gesamte Hauptstadt.
Unterhalb des Burgtors befindet sich das renommierte Museum für anatolische Zivilisationen in einem osmanischen Bedesten aus dem 15. Jahrhundert. Höhepunkte sind die Hethiter-Sonnenscheiben und Funde aus Çatalhöyük.
Danach Besuch der UNESCO-Welterbestätte Arslanhane-Moschee (13. Jh.), eine faszinierende seldschukische Säulenmoschee mit geschnitztem Nussbaum-Minbar und Fayence-Mihrab.
Weiter geht es zum Ethnografischen Museum auf dem Namazgah-Hügel, das Atatürk von 1938 bis 1953 als vorläufige Ruhestätte diente.
Den Tag beschließt ein Spaziergang durch die restaurierten Gassen von Hamamönü mit Kunsthandwerksstätten und dem Mehmet-Akif-Ersoy-Gedenkhaus.
- Öffnungszeiten, Eintrittspreise 2026 und Museumspass
- Museum für anatolische Zivilisationen: Täglich von 08:30 bis 19:00 Uhr geöffnet; gültig mit Museum Pass Turkiye; ausländische Besucher zahlen 2026 ca. 15-18 Euro.
- 1. und 2. Parlamentsmuseen: Täglich von 09:00 bis 17:30 Uhr geöffnet; Museum Pass gültig; regulärer Eintritt ca. 60-80 TL.
- Burg Ankara und Akkale-Bastion: Der Zugang zu den Außenmauern und Bastionen ist KOSTENLOS; spektakuläres Licht bei Sonnenuntergang.
- Hacı-Bayram- und Arslanhane-Moscheen: Aktive Gebetsstätten, Besichtigung außerhalb der Gebetszeiten ganztägig kostenfrei möglich.
- Kulturviertel Hamamönü: Das autofreie historische Viertel ist rund um die Uhr zugänglich; das Mehmet-Akif-Ersoy-Museum ist kostenlos.
- Anreise und Mobilität: YHT-Hochgeschwindigkeitszug, Metro und Fußwege
- Hochgeschwindigkeitszug (YHT): Der Hauptbahnhof Ankara YHT Garı liegt nur 10-15 Gehminuten vom Ulus-Platz und dem Bezirk Altındağ entfernt.
- Metro- und Ankaray-Netz: Die Metrostation Ulus (Linie M1) liegt unmittelbar vor dem 1. und 2. Parlament; die Station Kurtuluş ist 5 Minuten von Hamamönü entfernt.
- Verbindung zur Burg: Vom Ulus-Platz verkehren Minibusse und es gibt Fußwege mit Rolltreppen hinauf zum Hacı-Bayram-Hügel und zum Burgtor.
- Flughafen Esenboğa (ESB): Expressbusse von BelkoAir und EGO verbinden den Flughafen in 35-40 Minuten direkt mit Ulus und dem Bahnhof.
- Hauptstadt-Rundgang zu Fuß: Die Route vom 1. Parlament über Ankara Palas, Hacı Bayram, das Zivilisationen-Museum, die Burg und Hamamönü umfasst rund 3,5 km.
- Gastronomie in Ankara und smarte Reisetipps
- Echter Ankara Döner: Über Eichenholzkohle langsam gegarter, saftig tranchierter Blattdöner aus Rind- und Lammfleisch; mittags in Ulus und an der Burg probieren.
- Ankara Tava: Zart geschmortes Lammfleisch mit Knochen, serviert auf feinem Nudelreis-Pilaw, die traditionelle Festtagsspezialität der Hauptstadt.
- Kaffee auf heißem Sand in Hamamönü: Im Innenhof restaurierter Konaks traditionell im Sand zubereiteter Mokka, begleitet von knusprigem Beypazarı Kurusu.
- Çubuk-Eingelegtes (Çubuk Turşusu): Die weltberühmten knackigen Gewürzgurken mit geschützter Herkunftsbezeichnung aus der Markthalle Ulus mitnehmen.
- Çıkrıkçılar Yokuşu: Historische Händlergasse mit Kupferschmieden, Teppichknüpfern und Antiquitätenhändlern für authentische Reiseandenken.

















