Im Landkreis Aksu östlich von Antalya vereinen die antike Ruinenstadt Perge und der benachbarte Naturpark Kurşunlu-Wasserfall monumentale klassische Geschichte mit üppiger mediterraner Natur. Als einstige Hauptstadt von Pamphylien fasziniert Perge mit einer 300 Meter langen Säulenstraße, durch deren Mitte ein kühler Gebirgswasserkanal floss, markanten runden Wehrtürmen aus hellenistischer Zeit, einem Theater für 15.000 Zuschauer und einem der am besten erhaltenen Stadien der Antike. Nur wenige Kilometer entfernt stürzt der Kurşunlu-Wasserfall über 18 Meter in smaragdgrüne Kaskadenbecken, umgeben von schattigen Pinienwäldern.
- Geschichte und pamphylisches Erbe: Von Parha bis Rom, Plancia Magna und Apostel Paulus
Die Besiedlung von Perge reicht bis in das 2. Jahrtausend v. Chr. zurück, als die Siedlung in hethitischen Schrifttafeln als 'Parha am Fluss Kestros' verzeichnet war. Der Legende nach von den trojanischen Sehern Mopsos und Kalchas gegründet, wurde die Stadt in der hellenistischen Epoche mit gewaltigen Wehrmauern und runden Ziegeltürmen befestigt. Im Jahr 333 v. Chr. übergab sich Perge kampflos an Alexander den Großen und sicherte so seinen Wohlstand.
In römischer Zeit stieg Perge zur 'Perle Pamphyliens' auf und brachte den berühmten Mathematiker Apollonios hervor. Im 2. Jahrhundert n. Chr. stiftete die vornehme Stadtherrin Plancia Magna aus eigenem Vermögen Prunktore, Statuengalerien und Bibliotheken, wodurch sie zu einer der einflussreichsten Frauen der Antike wurde. In der christlichen Geschichte ist Perge als wichtiger Wirkungsort des Apostels Paulus bekannt, der hier auf seiner ersten Missionsreise predigte.
- Zwei-Tage-Erkundungsroute: Antike Metropole, Wasserfälle und Flussdelta
Tag 1: Hellenistisches Tor, Säulenstraße, Nymphaeum, Agora, Südthermen und Stadion
Der Rundgang beginnt am Südtor zwischen den monumentalen Rundtürmen. Dahinter öffnet sich ein ovaler Ehrenhof, in dessen Mauernischen einst Statuen römischer Kaiser standen.
Dahinter erstreckt sich die 300 Meter lange Säulenstraße. Als Meisterwerk römischer Wasserbaukunst fließt mitten durch die Prachtstraße ein gestufter Marmorkanal, der das kühle Nass vom Akropolishügel durch die Stadt leitete.
Am nördlichen Ende der Straße erhebt sich das Nymphaeum am Fuße des Akropolishügels. Unter einer liegenden Statue des Flussgottes Kestros stürzte das Wasser in breite Marmorbecken.
Östlich der Straße liegt die Agora (Macellum), der Handelsplatz der Stadt mit überdachten Säulengängen und einem zentralen Rundtempel für Hermes.
Direkt daneben befinden sich die Südthermen, der größte Badekomplex Pamphyliens mit gewölbten Sälen, Kalt- und Warmwasserbecken sowie antiker Hypokausten-Fußbodenheizung.
Am Nachmittag besichtigen Sie das antike Stadion für 12.000 Zuschauer mit seinen Außengewölben sowie das gegenüberliegende Theater für 15.000 Besucher.
Tag 2: Naturpark Kurşunlu-Wasserfall, historische Wassermühle und Aksu-Delta
Der zweite Tag führt in den 10 Kilometer nördlich gelegenen Naturpark Kurşunlu-Wasserfall. Der 18 Meter hohe Hauptkaskadensturz speist sieben miteinander verbundene Teiche inmitten dichter Pinienwälder.
Auf hölzernen Stegen gelangen Sie zur 200 Jahre alten historischen Wassermühle, deren Mühlrad noch heute vom Flusswasser angetrieben wird.
Nachmittags lohnt die Fahrt an die Mündung des Aksu-Flusses ins Mittelmeer, wo Zugvögel und seltene Strandlilien die Dünenlandschaft prägen.
- Öffnungszeiten, Eintrittspreise 2026 und Museumspass
- Ausgrabungsstätte Perge: Sommersaison (1. April – 31. Oktober) 08:00 – 19:00 Uhr; Wintersaison (1. November – 31. März) 08:30 – 17:30 Uhr täglich.
- Gültigkeit der Museumskarte: Die türkische Museumskarte (Müzekart) ist in Perge gültig; internationales Besucherticket 2026 ca. 12 Euro.
- Naturpark Kurşunlu-Wasserfall: Ganzjährig täglich von 08:00 bis 18:30 Uhr geöffnet (symbolische Parkeintrittsgebühr).
- Sonnenschutz und Wasser: Perge bietet wenig Schatten auf den weiten Marmorflächen; Sonnenschutz und ausreichend Trinkwasser mitführen.
- Parkmöglichkeiten: Große asphaltierte Parkplätze stehen an beiden Sehenswürdigkeiten zur Verfügung.
- Anreise und Mobilität: Antray-Straßenbahn, Busse und Routen
- Mit der Straßenbahn (Antray): Vom Flughafen oder Stadtzentrum mit der Antray-Linie bis zur Haltestelle Aksu oder EXPO fahren, von dort kurze Taxifahrt nach Perge.
- Mit dem Auto: Auf der Schnellstraße D400 von Antalya 18 km Richtung Osten nach Aksu fahren und der Beschilderung nach Perge folgen (20 Minuten Fahrzeit).
- Zum Kurşunlu-Wasserfall: Von der D400 bei Aksu 7 km nach Norden Richtung Isparta abbiegen bis zur Abfahrt Kurşunlu.
- Öffentliche Busse: Die Linien AC03, AF04 und 511 verkehren regelmäßig ab Doğu Garajı und Meydan in Antalya.
- Straßenzustand: Hervorragend ausgebaute, mehrspurige Straßen führen direkt zu beiden Ausflugszielen.
- Gastronomie und Reisetipps für Aksu
- Berühmte Aksu-Köfte und Piyaz: Gegrillte Rindfleisch-Spieße serviert mit traditionellem Bohnensalat und nussiger Sesamsauce (Tahinli Piyaz).
- Frische Zitrusfrüchte und Orangenblütenhonig: Die Ebene von Aksu ist berühmt für erntefrische Orangen und aromatischen Honig.
- Beste Fotozeiten: Die Südtürme von Perge bieten im morgendlichen Licht (08:30 Uhr) herrliche Kontraste; der Wasserfall glänzt mittags am schönsten.
- Schuhwerk: Feste Schuhe mit Profilsohle sind für das antike Steinpflaster und feuchte Holztreppen ratsam.
- Tipp für das Archäologische Museum Antalya: Die berühmten Statuen aus Perge (z. B. die Tänzerin und Herakles-Sarkophage) sind dort ausgestellt.













