Umweht von der frischen Brise der Ägäis, mit jahrhundertealten griechischen Steinhäusern voller blühender Bougainvillea, sanft schaukelnden Holzfischerbooten und den sagenumwobenen Sirenenfelsen aus Homers Odyssee, ist Eski Foca eines der malerischsten Küstenstädtchen der Türkei. Benannt nach den verspielten Mittelmeer-Mönchsrobben (Monachus monachus), die seit jeher die Felsenriffe der Küste bewohnen, war das antike Phokaia die Heimat kühner Seefahrer, deren fünfzigruderige Galeeren einst Marseille und Nizza gründeten.
- Geschichte und phokäisches Erbe: Von Homers Odyssee zur Zuflucht der Mittelmeer-Mönchsrobben
Die Besiedlung von Phokaia reicht bis ins 11. Jahrhundert v. Chr. zurück. Durch herausragendes nautisches Geschick bauten die Bürger ein gewaltiges maritimes Handelsnetzwerk auf und gründeten Kolonien wie Massalia (Marseille), Nikaia (Nizza) und Velia (Elea). Das Wappentier der Stadt, die Robbe, zierte bereits im 6. Jahrhundert v. Chr. die kostbaren Elektronmünzen der Stadt.
In Homers Odyssee verführten die Sirenen mit ihrem betörenden Gesang die Seeleute, deren Schiffe an schroffen Klippen zerschellten – eine Szenerie, die von den vulkanischen Felsen der Orak-Insel vor Foca inspiriert wurde. Heute bilden diese zerklüfteten Felsen und Meeresgrotten eines der weltweit bedeutendsten Naturschutzgebiete für die vom Aussterben bedrohten Mittelmeer-Mönchsrobben.
- Umfassende zweitägige Reiseroute: Bootsausflug zu den Siren-Felsen, Steinhäuser und Kozbeyli
Tag 1: Sirenenfelsen-Bootstour, Festung Beskapilar und Hafenpromenade
Am ersten Morgen stechen traditionelle Holzboote vom Fischereihafen Kucukdeniz in See. Die Route führt an den Inseln Incir, Fener und Orak vorbei direkt zu den spektakulären Sirenenfelsen. Aus Artenschutzgründen ist das Betreten der Inseln untersagt; die bizarren Felsformationen werden mit Respekt vom Boot aus bewundert, gefolgt von Badestopps im kristallklaren Wasser.
Am Nachmittag schlendern Sie durch die kopfsteingepflasterten Gassen von Eski Foca. Die griechischen Steinvillen aus dem 19. Jahrhundert mit ihren bunten Fensterläden und blühenden Innenhöfen vermitteln zeitlosen ägäischen Charme.
Der Uferweg führt zur Festung Beskapilar (Fünf Tore), die auf genuesischen Fundamenten errichtet und von den Osmanen verstärkt wurde. Die restaurierten Wehrmauern und Bootshäuser bieten eine stimmungsvolle Kulisse für Freilichtveranstaltungen.
Weiter westlich liegt die Äußere Festung (Incir-Burg) von 1678, eine historische Artilleriebastion zur Überwachung der Meerengen nach Lesbos und Chios.
Tag 2: Athena-Heiligtum, Windmühlen, persisches Felsengrab und Kozbeyli
Der zweite Vormittag beginnt auf dem Kamm über der Stadt bei den Fundamenten des Heiligtums der Athena Polias aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. mit herrlicher Aussicht auf die Bucht.
Nur wenige Schritte weiter thronen die restaurierten historischen Windmühlen von Foca, von deren Aussichtspunkt sich ein Panoramablick über beide Buchten eröffnet.
An der Hauptstraße nach Izmir lohnt ein Halt am Monument Tas Kule. Das zweistöckige persische Grabmonument aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. wurde monolithisch aus dem anstehenden Fels gehauen.
Den Nachmittag verbringen Sie in der Bucht Mersinaki mit ihrem klaren Wasser oder bei einem Spaziergang entlang der Strandpromenade von Yeni Foca.
Den Ausklang der Reise bildet das 600 Jahre alte Steindorf Kozbeyli in den Hügeln. Nach dem Besuch der historischen Steinschule genießt man auf dem Dorfplatz frisch im Steinmörser gestampften aromatischen Dibek-Kaffee.
- Öffnungszeiten, Eintrittspreise 2026 und Museumspass-Hinweise
- Festung Beskapilar: Täglich geöffnet von 09:00 bis 19:00 Uhr; Eintritt kostenlos.
- Antikes Phokaia (Athena-Terrasse): Als Freigelände täglich von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang frei zugänglich.
- Persisches Felsengrab Tas Kule: An der Straße Izmir-Foca (km 7) rund um die Uhr frei einsehbar.
- Bootstouren zu den Sirenenfelsen: Tägliche Abfahrt gegen 10:30 Uhr ab Hafen Kucukdeniz. Ganztagesfahrten inkl. Mittagessen kosten 2026 etwa 600 - 800 TL pro Person.
- Schutzbestimmungen für Mönchsrobben: Orak-Insel und Sirenenfelsen sind streng geschützte Zonen; Betreten der Inseln und Annäherung an Robbenhöhlen unter 100 Meter ist gesetzlich verboten.
- Anreise und Verkehrsverbindungen: IZBAN-Bahnanschluss, Minibusse und Parken
- S-Bahn (IZBAN): Vom Zentrum Izmirs mit der IZBAN bis zum Bahnhof Hatundere. Von dort fährt die ESHOT-Buslinie 744 direkt ins Zentrum von Eski Foca.
- Mit dem Auto: Über die Autobahn D550 Izmir - Canakkale bis zur Ausfahrt Foca hinter Menemen, danach 26 km auf gut ausgebauter Landstraße.
- Anfahrt nach Kozbeyli: Von der Schnellstraße bei Gencelli abbiegen; eine 4 km lange Panoramastraße führt hinauf ins Steindorf.
- Verbindung Eski Foca - Yeni Foca: Alle 30 Minuten pendeln Minibusse entlang der Küstenstraße zwischen beiden Orten.
- Parken: Da die historischen Gassen eng und verkehrsberuhigt sind, empfiehlt sich das Abstellen des Fahrzeugs auf den kommunalen Großparkplätzen am Ortseingang.
- Gastronomie von Foca und Tipps für kluge Reisende
- Foca-Joghurtbecher und Mastix-Eis: Unbedingt Ziegenmilch-Eis mit Mastixnote und Joghurt-Sauerkirsch-Becher in den Eisdielen am Hafen probieren.
- Frische Felsenbarbe und Dorade: In den Hafenrestaurants am Kucukdeniz frischen Fisch, gebratene Calamari und Meerfenchelsalat genießen.
- Handgestampfter Dibek-Kaffee: Im Dorf Kozbeyli frisch in Steinmörsern von Hand geschlagenen traditionellen Schaumkaffee kosten.
- Wein und Olivenöl: Flaschen des autochthonen Foca Karasi-Weins und kaltgepresstes Olivenöl erster Güte als traditionelle Mitbringsel.
- Wochenmarkt am Dienstag: Frische Kräuter, Teigtaschen (Gözleme) und wilden Bergthymian auf dem traditionellen Markt in Eski Foca entdecken.












