An der zerklüfteten Mittelmeerküste des antiken Lykiens zählt Olympos zu den faszinierendsten Natur- und Kulturzielen der Türkei. Hier schlängelt sich ein eiskalter Gebirgsbach durch schattige Lorbeer- und Pinienwälder direkt ins Meer, während an den Hängen des Berges Chimaera (Yanartas) seit Jahrtausenden ununterbrochen natürliche Erdgasflammen lodern. Mit dem weitläufigen Kieselstrand von Cirali, der streng als Brutgebiet bedrohter Unechter Karettschildkröten (Caretta caretta) geschützt wird, bietet Kumluca eine unvergleichliche Kombination aus antiker Historie und intakter Wildnis.
- Geschichte und lykisches Erbe: Die Bellerophon-Sage, Pirat Zeniketes und das ewige Feuer Chimaera
Die Ursprünge von Olympos reichen bis ins 2. Jahrhundert v. Chr. zurück. Als eine der sechs führenden Städte des Lykischen Bundes mit vollen drei Stimmrechten gelangte der Ort zu großem Wohlstand. Im 1. Jahrhundert v. Chr. wurde die Stadt vom kilikischen Piratenanführer Zeniketes besetzt, der die Bucht als uneinnehmbare Festung nutzte und die Seewege des östlichen Mittelmeers beherrschte, bis der römische Prokonsul Servilius Vatia Isauricus die Stadt 78 v. Chr. einnahm. Ein schiffbarer Flusskanal ermöglichte es antiken Handelsschiffen, direkt ins geschützte Stadtzentrum einzulaufen.
In der antiken Mythologie ist die Region untrennbar mit dem Helden Bellerophon und seinem geflügelten Ross Pegasos verbunden, die das feuerspeiende Ungeheuer Chimaera mit Ziegenkörper, Löwenkopf und Schlangenschwanz bezwangen. Der Sage nach wurde die Bestie tief unter der Erde begraben, und die bis heute aus Felsspalten emporsteigenden Methangasflammen galten schon phönizischen Seefahrern als natürliches Leuchtfeuer in dunklen Nächten.
- Umfassende zweitägige Reiseroute: Antiker Hafen, türkisfarbene Buchten und nächtlicher Chimaera-Aufstieg
Tag 1: Ausgrabungen von Olympos, Aquädukte, Cirali-Strand und die Chimaera-Flammen
In den kühlen Morgenstunden beginnt die Erkundung entlang des bewaldeten Flusspfades. Zwischen schattigen Bäumen entdeckt man das römische Theater, byzantinische Basiliken mit Bodenmosaiken, monumentale Grabkammern und das Ehrengrab von Marcus Aurelius Arkhepolis.
Am Talende öffnet sich der Blick auf den grandiosen Kieselstrand, wo das kühle Quellwasser auf das warme Mittelmeer trifft. Dies ist der geschützte Strand von Cirali und Olympos, umrahmt von steilen Felswänden und ein unverzichtbarer Rückzugsort für Meeresschildkröten.
Nach einer erholsamen Nachmittagspause in den Zitrushainen von Cirali startet bei Dämmerung der Aufstieg nach Yanartas (Chimaera). Ein etwa 25-minütiger Fußweg über antike Steinstufen führt zu den Felsplateaus, auf denen das ewige Feuer ununterbrochen aus dem Boden lodert.
Tag 2: Rhodiapolis-Theater, Adrasan-Bucht, Suluada-Insel und Leuchtturm Gelidonya
Der zweite Tag beginnt auf den Höhen von Rhodiapolis oberhalb von Kumluca. Hier beeindrucken das antike Theater und die Monumentalinschriften für Opramoas, den berühmtesten Wohltäter Lykiens, mit einem weiten Panoramablick über die fruchtbare Küstenebene.
Weiter geht es nach Süden in die Bucht von Adrasan. Der zwei Kilometer lange geschützte Sand- und Kieselstrand liegt malerisch eingebettet zwischen pinienbestandenen Gebirgsrücken.
Vom Holzsteg in Adrasan legen Ausflugsboote zur Insel Suluada ab. Wegen ihrer schneeweißen Kalkfelsen und unterseeischen Süßwasserquellen wird sie oft als 'Malediven des Mittelmeers' bezeichnet.
Die Schifffahrt führt weiter zu einsamen Fjorden, die nur vom Meer oder über den Lykischen Weg erreichbar sind: Porto Ceneviz (Genueser Bucht) und die geschützte Sazak-Bucht.
Den krönenden Abschluss bildet der Besuch der Piratenbucht (Korsan Koyu / Melanippe) und der Aufstieg zum historischen Gelidonya-Leuchtturm am Kap Taslik. 1936 erbaut und 227 Meter über dem Meer gelegen, bietet er den herrlichsten Sonnenuntergangsblick auf die Inselgruppe der Fünf Inseln (Bes Adalar).
- Öffnungszeiten, Eintrittspreise 2026 und Museumspass-Hinweise
- Ausgrabungsstätte Olympos: Sommersaison (1. April - 31. Oktober) täglich 08:00 - 19:30 Uhr; Wintersaison (1. November - 31. März) 08:30 - 17:30 Uhr.
- Eintrittspreise: Der offizielle türkische Museumspass (Müzekart) ist gültig. Einzelticket für internationale Gäste 2026 ca. 12 Euro.
- Yanartas / Chimaera: Nationalparkgelände, rund um die Uhr geöffnet. Geringe Parkgebühr. Stirnlampen oder kräftige Taschenlampen nach Sonnenuntergang dringend erforderlich.
- Rhodiapolis: Täglich geöffnet; im türkischen Museumspass inbegriffen.
- Strände von Cirali & Adrasan: Freier öffentlicher Zugang; Liegen- und Sonnenschirmverleih vorhanden. Während der Brutzeit der Meeresschildkröten sind künstliches Licht und Feuer am Strand zwischen 21:00 und 06:00 Uhr streng untersagt.
- Anreise und Verkehrsverbindungen: Minibusse, Bergstraßen und Parkmöglichkeiten
- Mit dem Auto: Auf der Küstenstraße Antalya - Kumluca - Kas (D400) bis zur Olympos-Abzweigung. Eine kurvenreiche, asphaltierte 11 km lange Bergstraße führt hinab ins Tal.
- Öffentlicher Nahverkehr: Vom Busbahnhof Antalya (Otogar) fahren alle 30 Minuten Busse Richtung Kumluca/Kas. An der Olympos-Kreuzung steigen Reisende im Sommer in Pendeldolmus-Minibusse um.
- Zufahrt nach Cirali: Eigene Abzweigung von der D400; eine malerische 7 km lange Panoramastraße führt direkt ins Stranddorf Cirali.
- Parken: Vor dem Eingang zur Olympos-Schlucht stehen gebührenpflichtige Parkplätze bereit. Das Tal selbst ist autofrei und ausschließlich zu Fuß passierbar.
- Wanderung zum Gelidonya-Leuchtturm: Von Karaöz führt eine Schotterpiste zum Beginn des Wanderwegs. Der letzte 2 km lange felsige Pfad erfordert feste Wanderschuhe.
- Kumluca-Gastronomie und Tipps für kluge Reisende
- Kumluca-Orangen: Frische Washington-Orangen und Granatäpfel aus den umliegenden Obstplantagen probieren; dazu hausgemachte Bitterorangenmarmelade.
- Dörfliches Frühstück im Grünen: Unter Schatten spendenden Bäumen in Cirali werden reichhaltige Dorffrühstücke mit lokalem Ziegenkäse, Honig und Gözleme serviert.
- Frischer Fisch am Flussufer in Adrasan: Auf hölzernen Plattformen über dem fließenden Fluss frisch gegrillten Wolfsbarsch oder Dorade genießen.
- Sicherheit beim Chimaera-Aufstieg: Die alten Steinstufen sind glatt getreten. Niemals in Badesandalen aufsteigen; festes Schuhwerk und Wasser mitnehmen.
- Schutz der Schildkröten: Gekennzeichnete Nester am Strand von Cirali respektieren; nachts auf grelles Licht und Zeltaufbau verzichten.

















